AGB aktuell

03/2018


Tagung der hauptberuflichen Mitarbeiter

Das Jahresthema der AGB - ChristusForum Deutschland für dieses Jahr: "Gemeinde NEU entdecken – Ihre Schönheit. Ihr Potenzial. Ihre Dynamik" war zugleich das Thema der Tagung für hauptberufliche Mitarbeiter.

110 hauptberufliche Mitarbeiter der AGB waren vom 22. bis 25. Januar zu ihrer jährlichen Tagung in Rehe zusammengekommen. Hinzu kamen Studierende der BTA (Biblisch-Theologischen Akademie in Wiedenest) und der FTH (Freie theologische Hochschule in Gießen), die eingeladen waren, um die Dienstgemeinschaft der AGB - ChristusForum Deutschland kennenzulernen.

Neben einem Referat von Uli Neuenhausen (Forum Wiedenest) zum Thema „Die Schönheit der Gemeinde“ wurden von Ekkehart Vetter (Vorsitzender der Evangelischen Allianz) Impulse weitergegeben, die „das Menschliche“ an Gottes Gemeinde und die „Wirkkraft der Gemeinde“ beleuchteten. Roberto Bottrel (Brasilien) stellte vor, wie Gemeinden durch ein Kleingruppenkonzept eine große Zahl von Bekehrungen erlebt haben und dem entsprechend gewachsen sind.

Ein starker Fokus lag auf dem Anliegen von Gemeindegründung. Acht Gründungsprojekte der AGB stellten sich vor. Hier wurden die Chancen von Gemeindegründung, die Begeisterung und die Leidenschaft, aber auch die Herausforderungen deutlich. Christian Göttemann betonte, dass unser Land deutlich mehr Gemeinden braucht, um mehr Menschen mit dem Evangelium zu erreichen.

In Workshops wurden Themen behandelt wie: Umgang mit schwierigen Mitarbeitern; Veränderungsprozesse konstruktiv gestalten; Nicht bitter werden, trotz Angriffen und Niederlagen; Ethik und Leitlinie Liebesleben. In sehr persönlicher Weise berichteten die Teilnehmer, wie sie Gottes Wirken im Dienst erlebt haben und beteten segnend füreinander.

Unter anderem wurde auch für einen guten Übergang der Geschäftsführung von Reinhard Lorenz auf Alexander Rockstroh gebetet, der seinen Dienst als Geschäftsführer im März 2018 beginnt.

Es war eine sehr gesegnete und motivierende Zeit, die uns als Dienstgemeinschaft gestärkt hat und sicherlich noch länger nachwirken wird. Gottes Gemeinde neu zu entdecken, ein Teil davon zu sein und gemeinsam als ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeiter daran zu arbeiten, dass Menschen Jesus Christus kennenlernen und selbst Teil der Gemeinde werden, darin wurden wir in dieser Tagung bestärkt.

Markus Schmidt, hauptberuflicher Mitarbeiter in Schkeuditz und
Friedemann Volke, Leiter vom Arbeitskreis für hauptberufliche Mitarbeiter



 

Neue Gemeinde-gründungsarbeiten stellen sich vor

Multiplikation – Das revolutionäre Prinzip Wie eine Gemeinde durch ein Kleingruppenkonzept wächst


Die Gemeinde von Roberto Bottrel in Belo Horizonte/Brasilien wurde im Jahr 1961 gegründet. Fast 40 Jahre lang war sie bekannt als eine sehr gute, seriöse, biblische Gemeinde, die hingegeben an Gott lebte.
Nach anfänglichem Wachstum jedoch pendelte sich ihre Mitgliederzahl bei etwa 400 ein. Ende der 90er Jahre geriet Paulo Mazoni, der bis zum heutigen Tag Hauptpastor der Gemeinde ist, in eine tiefe persönliche und dienstliche Krise.
Er kam zu dem Schluss, dass er nicht einfach so weitermachen konnte. Es musste etwas geschehen.

Während er voller Fragen war, erfuhr er von der Strategie der Zell-Gemeinde. Er begriff, dass dies der Kurs war, dem die Gemeinde folgen sollte. Anfang der 2000er Jahre rief er die einflussreicheren Geschwister der Gemeinde zusammen und stellte ihnen eine neue Vision vor:

Eine missionarische Gemeinde, die in die Gesellschaft hinein-wirkt, eine Gemeinde, die nicht auf eine Person, auf einen Pastor fokussiert ist, die vielmehr von der Beteiligung aller lebt und in der jeder Christ ein Mitarbeiter in seinem Umfeld ist.

Unermüdlich und getrieben von einer tiefen inneren Überzeugung von Gott gewann Pastor Paulo nach und nach die Gemeinde und führte sie in eine neue Wirklichkeit:

Von einer stagnierenden, um sich selbst drehenden Gemeinde zu einer Gemeinde, die nach außen orientiert ist und ihre Glieder mobilisiert, Menschen zu erreichen und zu Jüngern zu machen.

Wo beginnt diese Revolution?

In den ersten Jahrhunderten der christlichen Ära war die Kirche ein lebendiger und wachsender Organismus. Die Frühe Kirche wuchs beständig in ihrer Qualität und auch zahlenmäßig. Infolge von Veränd-rungen, die sich im Laufe der Jahre vollzogen, gingen die Grundwerte der Kirche verloren. Immer mehr erstarrte die Kirche und wurde zunehmend formalistisch. Jahrhunderte später wollte Martin Luther das Christentum reformieren Zu seinen Thesen gehörte das „allgemeine Priestertum, das Priestertum aller Glaubenden“.

An dieser Stelle bekommt das Gemeindemodell, das auf Kleingruppen basiert und auf das Jüngermachen fokussiert ist, seine Bedeutung. Es wird die Zell-Gemeinde-Bewegung genannt.

Das zentrale Motto lautet: Jeder Gläubige ist ein Diener und jedes Haus ist eine Kirche.

Dieses Modell stellt das Priestertum aller Glaubenden wieder her und dezentralisiert die Gemeinde in die Privathäuser.

Der Fokus liegt nicht mehr auf dem Gottesdienst und auf dem Pastor, obwohl es diese immer noch gibt.



 

Wie funktioniert eine Zell-Gemeinde?


Jesus entschied sich, seinen Jüngern innerhalb einer Gruppe zu dienen und sie dadurch zu prägen. Er gab ihnen dann auch den Auftrag, selbst Menschen zu Jüngern zu machen. Wir müssen zu dieser Form der Jüngerschaft zurückkehren. Das geschieht wie bei Jesus in einem Umfeld von Gemeinschaft und durch Beziehungen. Es geht also darum, Beziehungen aufzubauen, sowohl zu Leuten innerhalb der Gemeinde, als auch zu Leuten außerhalb und diese zu Jüngern Jesu zu machen. Dann geschieht Evangelisation und Multiplikation in einer Gruppe.

Im Modell der Zellgruppen haben wir die beste Möglichkeit gefunden, alles zu multiplizieren: dass Menschen gerettet werden, dass Leben erneuert werden, Zellgruppen, Leiter, Jünger, Pastoren, Gemeinden...  Es ist eine Revolution!

Was wir in unserer Gemeinde erleben, ist eine drastische Veränderung von Paradigmen, die Jahrzehnte lang vorgeherrscht haben. Das Ziel ist es, den Missionsauftrag zu erfüllen. Von daher brauchen wir eine Struktur, die jeden einzelnen in unserer Gemeinschaft zum Handeln mobilisiert. Niemand kann einfach an seinem Platz stehen bleiben, während die Welt ohne Gott verloren geht. Wir können nicht einfach zuschauen, wie die Zeit verrinnt ohne etwas zu tun.

Die Zellgruppen-Strategie ist ein hervorragendes Mittel, eine Gemeinde aus dieser Stagnation herauszuholen.

Durch die Zellgruppen sind wir in der Lage, jedes Jahr mehr Menschen zu erreichen als in den ganzen vierzig Jahren unserer Gemeindegeschichte vor der Veränderung. Im Dezember 2017, siebzehn Jahre nach dem Beginn des Veränderungsprozesses, hatten wir mehr als 12.000 Leute in 2.220 Zellgruppen und mehr als 490 Coaching-Gruppen.So viele Menschen wurden gerettet und Leben, Ehen und Familien wiederhergestellt. Aber das ist nur der Anfang!

Wie haben wir es geschafft, an diesem Punkt anzukommen?

Indem wir die Bedeutung von Multiplikation als den wichtigsten Faktor für Veränderung verstanden haben. Nicht länger Addition, sondern Multiplikation von Jüngern Jesu, die andere zu Jüngern machen. Multiplikation ist der Schlüssel.Diese Revolution geschieht derzeit in vielen Teilen der Welt und ich glaube, dass Gott nicht nur bereit ist, sondern sich sogar danach sehnt, dasselbe auch in Deutschland zu tun. Alles, was er dazu braucht, ist Menschen zu finden, die bereit sind, sich verändern zu lassen, und Gemeinden, die keinen größerenWunsch haben, als sich von Gott gebrauchen zu lassen, um die Welt zu verändern. Deshalb lade dich ein, tiefer in dieses Thema einzusteigen, dich auf eine unglaubliche Reise zu machen, die dich verändern und deine Gemeinde revolutionieren kann.

 

Reinhard Lorenz nach dem Referat von Roberto Bottrel

 

 

Mehr dazu findest du in dem AGB-Impulsmagazin „Gemeinde NEU entdecken – Ihre Schönheit. Ihr Potenzial. Ihre Dynamik“

 

 


Die Leitlinie Liebesleben gibt es jetzt in frischem Outfit auch als Broschüre

Im Herbst 2017 wurde die Leitlinie Liebesleben vom bEHErzt-Team herausgegeben, die mittlerweile von etlichen Gemeinden genutzt wird. Manche Gemeindeleitung hat den Text der PDF-Datei übernommen und für die eigene Gemeinde ein Heft erstellt, das nun als Grundlage für Fragestellungen rund um Beziehung, Liebe und Sexualität dient. Weil die äußere Aufmachung bei solchen Themen – konkret auch im Blick auf die junge Generation – nicht unwichtig ist, bekam der Text ein attraktives Outfit und liegt nun als Broschüre vor.
Man kann sie beziehen bei Antje Schäller, antje.schaeller@gmx.de, Tel: (03723) 47 47 6.
Um die Herstellungskosten zu decken, wäre eine Spende von 2 Euro pro Exemplar (Mengenpreis auf Anfrage) angemessen.
Unter www.beherzt.org kann neben der Textdatei auch die Webversion der Leitlinie Liebesleben herunter-geladen werden


 

 

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