AGB aktuell

07/2017


 

Die Studientage der AGB als Teil des lebenslangen Lernens

Wie bekommt man Familie, Freunde und andere Beziehungen im
hauptberuflichen Dienst unter einen Hut? Solche und ähnliche Fragen
standen im Mittelpunkt, als sich im Juni zehn Hauptamtliche im
Anfangsdienst aus den AGB-Gemeinden zu den Studientagen in
Greifenstein eingefunden haben.

Dieses Mal wurde das Thema „Beziehungen leben und gestalten“ unter der Leitung von Ralf Pieper und Friedemann Volke beleuchtet.

Neben biblischen Ausführungen zum Rollenverständnis wurden dabei vor allem praktische Lebenserfahrungen miteinander geteilt. Dabei spielten sowohl ehrliche, persönliche Erfahrungsberichte, Möglichkeiten zu Rückfragen, als auch eine Einheit zu
Sozialkompetenzen eine Rolle.
Darüber hinaus wurde auch über Vergebung und die Chance für Neuanfänge in
Beziehungen gesprochen, denn wo Menschen zusammen sind, geht es nie gänzlich ohne Missverständnisse und Verletzungen ab.
Abgerundet wurde das Fortbildungstreffen durch gute Gemeinschaft und offenen Austausch untereinander.

Für mich persönlich waren es die letzten Studientage des aus sechs Einheiten bestehenden Fortbildungsprogramms für Hauptamtliche im Anfangsdienst in der AGB und somit eine besondere Zeit. Ich erinnere mich gerne an die zurückliegenden Treffen in den vergangenen zwei Jahren, die mir immer wieder einen guten Überblick über meinen Dienst verschafft haben. Besonders hilfreich waren dabei die Möglichkeiten, sich mit anderen Hauptamtlichen über ihre Erfahrungen im praktischen Dienst auszutauschen und sich mit einigen Themen, die zwar im Studium angeklungen sind, aber in der Praxis aus einer anderen Perspektive wahrgenommen werden, auseinander zu setzen. So war es mir immer wieder möglich, meine Aufgaben im Gemeindealltag zu reflektieren sowie gegebenenfalls an der einen oder anderen Stelle einen neuen Schwerpunkt zu setzen. Die Gemeinde profitiert dabei nicht nur durch einen gut vernetzten und reflektierten Hauptamtlichen, sondern kann auch durch das ein oder andere angesprochene Thema, wie zum Beispiel durch einen Gemeindeabend oder eine interne Schulung, direkt mitlernen.


An dieser möchte ich mich bei den zuständigen Leitern der AGB und meiner Ortsgemeinde in Selb dafür bedanken, dass mir die Möglichkeit gegeben wurde, mich in Fragen meiner Persönlichkeit und meines Dienstes weiterbilden und weiterentwickeln zu können.

Daniel Wenig,
Gemeindereferent der EFG Selb


 

Nachruf Gerhard Jordy

Am 3.5.2017 ging Gerhard Jordy im Alter von 88 Jahren heim zu seinem Herrn.


Er war ein Mann der Bibel, sowohl ihrer Botschaft, also der Bibelauslegung, als auch ihres Textes, der Bibelübersetzung. Denn das Wort Gottes weiterzugeben, das lag ihm am Herzen. In vielen Gemeinden hat er gepredigt, oft und gern. Vor allem natürlich in der Gemeinde, in der er zu Hause war, erst Schwelm, dann Ennepetal.

 

In der Übersetzungsarbeit an der revidierten Elberfelder Bibel spielte er eine maßgebliche Rolle. Gerhard Jordy war – menschlich gesprochen – ein Glücksfall für die Revision der Elberfelder Bibel. Denn er hatte einerseits eine klare Vorstellung von Charakter und Zielsetzung dieser Bibelübersetzung (so dicht am Grundtext wie möglich), andererseits die sprachliche Kompetenz und die Detailkenntnisse, die immer wieder erforderlich waren. Er beherrschte die biblischen Sprachen (Griechisch und Hebräisch) und überblickte als Deutschlehrer die Ausdrucksmöglichkeiten der deutschen Sprache. So wurde er bald zu einer Autorität in der Bibelkommission und die revidierte Elberfelder Bibel wäre wohl nicht das geworden, was sie ist, wenn er nicht all die Jahre so intensiv mitgearbeitet hätte.
In den neunziger Jahren kam dann die „Bibelhilfe“ hinzu, die er mitbegründet hat und in der er mehrere Jahre Vorsitzender gewesen ist. Die Bibelhilfe ist ja eine Art logische Fortsetzung der Arbeit am Bibeltext. Denn hier geht es um die Verbreitung der Bibel, darum, dass Menschen Gottes Wort kennenlernen, verstehen und liebgewinnen. Und das lag ihm am Herzen.

 

Gerhard Jordy liebte die Brüder. Die Geschwister im Glauben allgemein, aber speziell auch die Brüdergemeinden. Seit 1974 war er Mitglied im Bruderrat der Brüdergemeinden und prägte dort viele Entscheidungen. Immer ging es ihm darum, dass die Brüdergemeinden mit anderen gläubigen Christen zusammenarbeiteten, aber in dieser Zusammenarbeit genügend Freiraum für die Entfaltung ihrer Eigenart und das ihnen von Gott anvertraute besondere Zeugnis erhielten. Und wenn es dabei um Absprachen oder Vereinbarungen ging, war immer beides festzustellen: der Blick auf das gemeinsame Ziel und die Liebe zu den Glaubensgeschwistern einerseits und die Klarheit seiner Position sowie die Bereitschaft, sie bei Bedarf auch streitbar zu verteidigen, andererseits.

Gerhard Jordy war auch ein Historiker von Format. Dass die deutsche Brüderbewegung eine so fundierte, dreibändige Darstellung ihrer Geschichte hat, und zwar eine mit weitem Horizont und akademischer Gründlichkeit, das verdankt sie ihm. Diese Brüdergeschichte ist sein Geschenk an die deutsche Brüderbewegung.

Neben der schriftstellerischen Arbeit und der Arbeit in den Gremien hat Gerhard Jordy auch in die Öffentlichkeit gewirkt. In einer säkularen Wochenzeitung hatte er eine regelmäßige Kolumne: „Christliche Impulse“. Da hat er das, was ihm als Lebensgrundlage wichtig war, an andere weitergegeben, zwölf Jahre lang. Oft hat er ein geschichtliches Ereignis als Anknüpfungspunkt benutzt und hat von da aus zu einer einfachen christlichen Botschaft übergeleitet.

 

Gerhard Jordy hatte in den letzten Jahren manche gesundheitlichen Probleme. Und über die sprach er mit großer Nüchternheit, auch über das Sterben. Ein Satz von ihm: „Wir sterben nicht an den Fehlern der Ärzte; sondern wenn Gott uns ruft, dann gehen wir.“ Jetzt hat Gott ihn gerufen. Typisch für ihn war, dass er kurz vor seinem Tod einen Freund gebeten hat, die Kolumne „Christliche Impulse“ in der Zeitung weiterzuführen. Damit die Botschaft weitergetragen wird. Denn um die ging es ihm.

Dr. Ulrich Brockhaus, Wuppertal


 

Im Gemeindefoyer riecht es nach Kaffee, während einige Besucher im Bistro gerade Kuchen essen, treffen sich die neuen Gäste zur nächsten Führung.


Was ist eigentlich typisch deutsch? Dazu hat der Teenkreis einige bildhafte Antworten gefunden:
U.a. das Reservierungshandtuch auf dem Liegestuhl, die Brezel, die Lederhose, der Rasenmäher und ein sog. „Pünktlichkeitsanzeigen-
messgerät“ neudeutsch „Uhr“ leiten über zu der Frage, was unser Land im Innersten zusammenhält.


Die Besucher treten ein und werden akustisch als auch visuell Zeugen der letzten Kriegsmonate. Bombenteppiche der Alliierten, Zivilisten im Luftschutzbunker, jugendliche Soldaten an der Flak …


Die „Stunde Null“, Flüchtlingsströme und die Trümmerfrauen werden in einem detaillierten Diorama nacheinander beleuchtet und erklärt. Theodor Heuss, unser erster Bundespräsident, verordnete dem neuen Deutschland drei Hügel: Golgatha, die Akropolis in Athen und das Capitol in Rom. Als strahlende Leuchtbilder werden die drei Hügel nacheinander enthüllt und erklärt. In ihnen wird der unermesslich hohe Wert des Menschen deutlich. Ein weiterer Vorhang öffnet sich und gibt Einblicke in ein Zooexperiment aus dem Jahre 1996 in Kopenhagen und der damit verbundenen Frage, ob der Mensch eine Würde hat, die über die des Tieres hinausgeht und ab wann diese Menschenwürde gilt.


In einem nächsten Raum kurbeln wir die Geschichte der Menschenwürde zurück zu einer 6000 Jahre alten Definition. Anhand von zwei riesigen Weltkarten ergründen wir die Ver-breitung der Demokratie und die hohe Deckungssumme zu christlich geprägten Ländern.
Ebenso werfen wir einen Blick auf die schier endlosen historischen Werke von Personen, die vom jüdisch-christlichen Menschenbild ausgingen und den Lauf der Welt durch wunderbare Werke prägten.


In einem „anno dazumal“ Kino auf originalen Kinosesseln aus dem Jahr 1949 tauchen die Besucher in die Nachrichtenwelt von damals ein.
In der Wandelhalle des Grundgesetzes gründet die goldene Säule der Präambel in der „Gottesfurcht“ und trägt die Menschenwürde in Form eines Sternenkinos. Unter diesen lebensspendenden Zusprüchen entfaltet sich das Grundgesetz durch vier große Türen, die nacheinander geöffnet werden und Einblicke gewähren in die Bürgerrechte, die Menschenrechte, die Struktur und Gewaltenverschränkung unserer Verfassung.


Zum Schluss betreten wir einen Raum, in dessen Mitte das große Beziehungsdreieck (Gott-Mensch-Mitmensch) des Grundgesetzes auf einer vibrierenden Feder gelagert ist. Wo hat dieses Dreieck in der Geschichte und Gegenwart unseres Volkes Schlagseite bekommen? Wo stehen wir heute, und wer oder was kann uns helfen, zu einer ausge-wogenen Balance der drei Bezieh-ungsecken zurückzukehren?


Mit den Worten „Du bist wert(e)voll“ erhält jeder Besucher eine Münze. Unter der Botschaft unserer Nationalhymne verlassen die Gäste den Ausstel-lungsraum und unterhalten sich noch lange und lebhaft im Bistro über die Erlebnisse der letzten 60 Minuten.

Besucherstimmen:

 

„Die Ausstellung zeigt den kirchendistanzierten Besuchern den Zusammenhang zwischen unserer Verfassung und dem christlichen Glauben. Zugleich öffnet es uns als Christen die Augen für einen Bildungsauftrag inmitten einer Gesellschaft, die zunehmend vergisst, dass Freiheit und Wohlstand in der Gnade eines Gottes gründen, der sich vor 2000 Jahren vom Thron der Herrlichkeit auf diese Erde begab.“
(Paul B. 63)

„Die Ausstellung war so cool! Wir waren als Schulklasse da. Ich komme noch mal wieder mit meinen Eltern!“
(Alex P. 10 Jahre)

„Ich möchte in Zukunft dankbarer sein für das Vorrecht in diesem Land leben zu dürfen. Unter einer Verfassung, die zu den besten der Welt gehört!“
(Marie T. 24)

„Diese Ausstellung gehört auf die Straße! Sie gehört an die Schulen, in die Rathäuser, in die Flüchtlings-heime,… überall dort wo Menschen sind!“
(Werner K. 84)

„Ich kam in Erwartung einer textlastigen Ausstellung mit vielen Infotafeln und wurde durch diese Zeitreise völlig überrascht. Es ist eine aufwändig und liebevoll gestaltete Erzählstraße mit hohem Bildungswert und einem klaren Bekenntnis zu dem, was unser Land im Innersten zusammenhält!“
(Trude O. 51)


Die Wanderausstellung zum Grundgesetz kann ab sofort gebucht werden.
Auch kleine Gemeinde sollen von dieser Ausstellung profitieren können. Sie lässt sich auf die individuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten des Veranstalters anpassen.


Kontakt:
Tim Behrensmeier
Blumenstraße 25, 71543 Wüstenrot
Tel. 07945/9424905
praisetime@gmx.de


 

Terminvorschau

2.9.2017 Impulstag für kleine Gemeinden in Gera

 "Wie kleine Gemeinden große Wunder erleben können"

 

Wir wollen uns Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, wie
Menschen durch kleine Gemeinden Jesus Christus kennenlernen
und entscheidende Veränderung in ihrem Leben erfahren können.


Referenten: Friedemann Volke (AGB, EFG Leipzig), Gerd Quadflieg
                      (EFG Rüsselsheim), Markus Schmidt (EFG Hoffnungszentrum Schkeuditz)
Tagungsort: Relationship Gera, Clara-Viebig-Str. 7
Anmeldung: Thomas Seidel, Robert-Koch-Str. 34, 07545 Gera
                       E-Mail: ThoCoSeidel@gmx.de; Tel.: 0163-7773385
Themen:

  • „Kein Grund, sich zu schämen! – Wie Menschen den Weg zur Umkehr finden“
  • „Kleine Gemeinden als Trainingslager für Glaubenskommunikation – Lebensnah von Gott und seinem Handeln erzählen“
  • „Zur Umkehr einladen – Wie Gemeinden Angebote konzipieren können, um zu einem Leben mit Jesus einzuladen“
  • „Fragen und Herausforderungen einzelner Gemeindesituationen – Wie können wir als Gemeinde vorankommen?“
16.9.2017  Tagung der Initiative Character in Lichtenstein
Thema: "Baustelle Familie"
18.-21.9.2017Leipziger Seminarwoche
Thema: "Glaubt ihr nicht, dann bleibt ihr nicht! Der Prophet Jesaja"
14.10.2017 Männertag Brandenburg/Berlin in Oberkrämer
Thema: „Wer bin ich, wenn mich niemand sieht?"
21.10.2017Ehetag 2017 in Dresden
Thema: "Vergebung als Lebensstil“

 

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