AGB aktuell

01/2018


Gemeinde

NEU

entdecken


Ihre Schönheit.

Ihr Potenzial.

Ihre Dynamik.

Um etwas neu zu entdecken braucht es gelegentlich einen Standortwechsel. Der berühmte Blick über den Tellerrand ist für andere Perspektiven unerlässlich. Das Klettern auf einen Turm, hinauf zu einem Punkt, von dem ich eine andere Aussicht bekomme, bringt neue Erkenntnis und neuen Überblick. Der Psalm 121 besingt diesen Blickwechsel: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt von dem HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat…“


In diesem Jahr wollen wir „GemeindeNEUentdecken“.
Vielleicht zum ersten Mal, wenn Du ganz neu im Glauben stehst. Vielleicht aber auch zum wiederholten Mal, wenn Du einen neuen begeisterten Blick brauchst auf Gottes Gemeinde, auf ihre Schönheit, ihr Potenzial und ihre Dynamik. Egal aus welcher persönlichen Position heraus wir in dieses Jahr 2018 mit diesem neuen Jahresthema starten, es wird herausfordernd, Gemeinde Jesu zu leben und zu lieben.


Manchmal erschweren uns so manche hässlichen Erfahrungen, die Schönheit und den Glanz wahrzunehmen, den Gott in die Gemeinschaft der Gläubigen hineingelegt hat. Manchmal stoßen wir an die eigenen Grenzen oder die der anderen und brauchen einen neuen Zuspruch, dass Gott gerade in unserer Schwachheit mächtig wirken möchte. Manchmal quälen wir uns mit Traditionen - „das haben wir aber noch nie so gemacht oder das haben wir aber immer schon so gemacht“ - und erleben christliche Gemeinschaft wenig dynamisch und freisetzend.

 

Wir, als ChristusForum Deutschland, die Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden, möchten in vielfacher Weise in diesem Jahr unterstützen, segnen und mitbeten, dass Gemeinde Jesu wächst und Du persönlich neu begeistert und inspiriert wirst von dem unermesslichen Reichtum, wenn Geschwister im Namen ihres HERRN beieinander sind.
Wir möchten gründen, sehr gerne in Form von neu entstehenden Gemeinden, wir möchten aber auch gründen in bestehenden Gemeinden in Form von neuen Ideen, guten Entwicklungen und immer gegründet, d.h. verwurzelt in Christus, sein.


So lautet das
Jahresthema der
AGB für 2018

Gemäß dem Motto „Gutes bewahren, Neues erfahren“ möge Gott uns innerhalb der Veränderungsprozesse der AGB und in Euren Gemeinden, aber auch Euch persönlich stärken und segnen.

Alexander Rockstroh
designierter AGB-Geschäftsführer ab 1.3.2018


 

GEMEINDEPORTRAIT

Gemeinde NEU entdecken

Ihre Schönheit. Ihr Potenzial.

Ihre Dynamik.

 

 

Wer von den 20.000 Einwohnern in der mittelhessischen Stadt Haiger Hilfe braucht, stößt bei der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde auf offene Türen und hilfsbereite Hände. Ihre 350 Mitglieder sind vielfältig karitativ, aber auch evangelistisch aktiv.
idea-Redakteur Klaus Rösler hat die Gemeinde besucht.


Heil & Wohl in Haiger

Fast jeden Tag gibt es in dem Gemeindezentrum in der Schiller-straße und in zwei Häusern in der Stadt ein Angebot. So engagiert sich die Gemeinde für Flüchtlinge und Spätaussiedler. Bereits seit 1997 gibt es einen Deutsch-Sprachkurs. Als er ins Leben gerufen wurde, waren vor allem Aussiedler aus der früheren Sowjetunion die Zielgruppe. Heute kommen auch Flüchtlinge aus dem Nahen und Mittleren Osten. Seitdem haben bereits mehr als 600 Menschen aus 35 Ländern den Unterricht besucht. Regelmäßig strömen zwischen 30 und 40 Teilnehmer ins Gemeindehaus. Sie werden montags zwischen 14 und 20 Uhr in verschiedenen Gruppen geschult. Es gibt Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Alles ist gratis. So fördert die Gemeinde auf ihre Kosten die Integration.

 

Kindergarten, Flohmarkt, zinslose Kredite

1998 startete die „Schillerstraße“ einen Kindergarten mit 25 Kindern. Dort werden regelmäßig biblische Geschichten vorgelesen. „Bei uns steht neben einer pädagogischen Förderung der Kinder eine bewusste Hinführung zu einem christlichen Weltbild im Mittelpunkt“, heißt es dazu auf der Internetseite.
2006 nahm die Gemeinde den Flohmarktladen „SOziuS“ in Betrieb.

Nicht nur Gemeindemitglieder bestücken ihn mit gut erhaltener gebrauchter Kleidung, Kleinmöbeln, Elektrogeräten, Büchern, Haushaltsgegenständen aller Art oder Spielsachen. Auch viele Bürger der Stadt machen mit. Der Laden ist am Mittwoch, Donnerstag und Samstag für zwei bis drei Stunden geöffnet. Der Erlös wird an Bedürftige in Form von Sachspenden, Einkaufs- oder Tankgutscheinen weitergegeben. Bei finanzieller Notlage übernimmt die Gemeinde aus dem Topf des Flohmarktladens beispielsweise auch Autoreparaturen, Nachzahlungen von Energiekosten oder Krankenfahrten – für die die Krankenkasse nicht aufkommt. Auch zinsfreie Kredite werden vergeben.

 

Gutes nicht nur für Senioren: Café „lebensWERT“

2012 initiierte die Gemeinde das Café „lebensWERT“ am Marktplatz. Auch hier verfolgt man das Ziel, den Bürgern – insbesondere Senioren – Gutes zu tun. „Menschen soll geholfen werden, wieder ganz neu am Leben teilzunehmen und ihnen mit Wertschätzung zu begegnen“. Zum Programm gehören auch Besuche zu Hause, Begleitung bei Spaziergängen, Unterstützung bei Behördengängen und Arztbesuchen, Unterhaltung und Spiele sowie die Entlastung pflegender Angehöriger. Auch ein Fahrdienst und die Organisation von Ausflügen werden angeboten. Es gibt einen Frauentreff, einen Stricknachmittag und einmal pro Woche auch ein „Gebet für unsere Stadt“.

Jedes Jahr ein Zeltlager für Jugendliche

Für Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren gibt es jährlich ein einwöchiges Zeltlager im nur wenige Kilometer entfernten Erdbach. In diesem Jahr nahmen 64 Schüler daran teil, die von 42 Mitarbeitern betreut wurden. Es ging nicht nur um Spiel und Spaß. In dem Lager werden auch immer wieder Defizite in der Erziehung ausgeglichen. „Manche Kinder müssen einfach einmal in den Arm genommen werden, weil sie das von zu Hause nicht kennen“, weiß der frühere Gemeindeleiter Hans-Hermann Freischlad zu berichten.

 

Evangelistisch und missionarisch aktiv

Die Gemeinde ist aber auch bewusst evangelistisch – im klassischen Sinn. So war dort das Evangelisationskonzept „180 Grad – Sieh’s doch mal so“ des Missions- und Bildungswerks „Neues Leben“ zu Gast.
Eine Besonderheit war, dass alle Teilnehmer zu den Abendveranstaltungen einen nichtchristlichen Gast mitbringen sollten.
Auch in der Weltmission mischt die Gemeinde mit. 15 Christen aus Haiger arbeiten im Ausland - finanziell unterstützt von der Gemeinde. Da kommt jährlich ein sechsstelliger Betrag zusammen. Der Schwerpunkt liegt in Afrika, wobei die Gemeinde mit dem ebenfalls in Haiger ansässigen Missionswerk DIGUNA (Die gute Nachricht für Afrika) in Kenia und Tansania zusammenarbeitet.



 

„Toll – wie früher!“

Im Mittelpunkt aller Aktivitäten aber steht der Gottesdienst. Zwischen 250 und 350 Besucher sind dabei. Das ist spitze in Haiger. Typisch freikirchlich: Viele wirken mit.
Der Gemeindechor tritt auf, die „Schilli-Band“, die nach der Schillerstraße benannte Jugendband, verschiedene Singeteams.
Die Gemeinde stimmt laut und mit Begeisterung moderne Anbetungslieder ebenso an wie Klassiker aus
der freikirchlichen Tradition. Als idea zu Gast ist, singt man a capella – also ganz ohne Begleitung – „Lobsinget dem Herrn“. Vierstimmig – ein „Schlager“ der Brüderbewegung aus dem Jahr 1858. „Toll – wie früher“, freut sich der Gottesdienstmoderator und frühere Gemeindeleiter Horst Weiss. Es gibt Anspiele, Gemeindemitglieder berichten, was sie mit Gott erlebt haben oder was ihnen bei der Bibellektüre aufgefallen ist. Die Predigt hält nicht unbedingt der als Pastor tätige Gemeindereferent David Kröker – sondern regelmäßig auch ein Mitglied der Gemeindeleitung. Man versteht sich als Gemeinde nach dem Vorbild des Neuen Testaments.

„Wir wünschen uns, dass Menschen durch unsere Gottesdienste Gott begegnen, ihn besser kennenlernen und neue Kraft und Hilfe für ihren Alltag bekommen“, heißt es dazu auf der Internetseite.

140 Jahre alt

Vor kurzem feierte die Gemeinde ihr 140-jähriges Bestehen. Dazu gab sie eine kleine Festschrift heraus. Sie schließt mit dem Wunsch, dass die Gemeindemitglieder noch für viele Menschen in der Stadt „gute Zeugen der Liebe Jesu Christi“ werden können. Diesen Gedanken greift beim idea-Besuch auch der ehrenamtlich tätige Gemeindeleiter Jörg Lommel in seiner Predigt auf. Die Gemeindemitglieder ruft er dazu auf, sich von Gott als Werkzeuge zum Bau seines Reiches weiter gebrauchen zu lassen. Dann würden – wie bisher – Segensspuren von der Gemeinde ausgehen.


Klaus Rösler, idea-Reporter
mit freundlicher Genehmigung


HÖREN - VERSTEHEN - LEBEN

HVL-Modul zum Jahresthema
Gemeinde NEU entdecken

Ihre Schönheit. Ihr Potenzial.
Ihre Dynamik.

Das neue HVL-Modul „Gemeinde, Ursprung, Wesen, Ziel“ nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise zum Thema Gemeinde. Erstellt wurde das Modul von Ulrich Neuenhausen (Wiedenest).
In fünf Einheiten für Kleingruppen kann so ihr Ursprung, ihr Wesen und ihr Ziel von der Bibel her erarbeitet werden. Außerdem ist ein Entwurf einer Impulspredigt zum Thema enthalten.
Darin geht es um Fragen, wie diese:

  • Es gibt über 20.000 verschiedene Kirchengruppie-
    rungen. War das Gottes Idee? Was sagt die Bibel über Gemeinde?
  • Sind zwei Christen, die sich irgendwo treffen, schon Gemeinde? Beginnt Gemeinde erst mit einem Gebäude oder Gottesdienst? Was muss man denn mindestens tun, um sich Gemeinde nennen zu können?
  • Wenn Jesus selbst der Kopf der Gemeinde ist, wieso geht es Gemeinden dann manchmal so schlecht?
  • Was soll Gemeinde eigentlich tun? Sich um andere kümmern? Gottesdienste feiern? Eine schöne Atmosphäre schaffen? Was ist der Auftrag Gottes an seine Gemeinde?

Zu finden ist das HVL-Modul „Gemeinde, Ursprung, Wesen, Ziel“ als Anlage zu dieser Ausgabe von AGB-aktuell oder im Internet unter www.agb-online.de/hoeren-verstehen-leben.

Ansprechpartner für die Schulungsarbeit der AGB ist Ralf Kaemper
E-Mail: kaemper@agb-online.de
Tel.: 02352-775015


 

 

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