Die Bibelausstellung

Besucher der Ausstellung erleben eine Zeitreise durch die Entstehung und Geschichte des Weltbestsellers Nr. 1.
Durch elf Abteilungen der Ausstellung wird die Botschaft der Bibel und das Evangelium erläutert.

1. Abteilung: Bibel – was ist das für ein Buch?

Die Bibel ist in vielerlei Hinsicht ein besonderes Buch. Es ist ein Rekordbuch, das Jahr für Jahr einen festen Platz im Guinness-Buch der Rekorde hat. Es ist nach wie vor das meist verbreitetste Buch und das Buch, das in die meisten Sprachen übersetzt wurde. In ihrer Entstehung, Überlieferung und Verbreitung ist die Bibel ein erstaunliches Buch, aber ganz besonders in ihrem Inhalt. Sie ist ein sehr altes und gleichzeitig ein hoch aktuelles Buch, das auch Menschen unserer Zeit viel zu sagen hat. In der Bibelausstellung versuchen wir, einige dieser Besonderheiten zu dokumentieren.

Zunächst die Frage: Was ist die Bibel eigentlich für ein Buch? Die Bibel – der Name ist abgeleitet von der phönizischen Hafenstadt Biblos – ist kein Buch wie jedes andere. Das griechische Wort „biblos“ war die Bezeichnung für jedes antike Schriftstück. Der Wortstamm hat sich bis heute erhalten, z.B. in dem Wort „Bibliothek“. Eigentlich ist die Bibel nicht nur ein Buch, sondern ein „Zwei-Bibliotheken-Buch“, bestehend aus 66 Büchern: 39 Bücher in der Bibliothek Nr. 1 „Altes Testament“; 27 Bücher in der Bibliothek Nr. 2 „Neues Testament“. Entstanden ist dieses Werk in einem Zeitraum von mehr als 1600 Jahren (1500 vor Chr. bis 100 nach Chr.), von mehr als 40 Autoren geschrieben, die an verschiedenen Orten, zu unterschiedlichen Zeiten und unter verschiedenen Lebensumständen lebten. Obwohl sie sich nicht absprechen konnten, ist die Bibel eine Einheit von vorne bis hinten, trotz schwieriger Themen. 

Von daher glauben wir, dass der eigentliche Autor, der hinter diesem Werk steht, Gott selbst ist. Gott hat Menschen den Auftrag gegeben, das aufzuschreiben, was sie mit ihm erlebt haben oder was er ihnen geoffenbart hat. Die erste Aufforderung, Gottes Worte aufzuschreiben, finden wir in 2Mose 17,14: „Schreibe alle diese Worte in ein Buch“. An mehreren Stellen wird diese Aufforderung wiederholt. Das Bild auf der linken Tafel zeigt eine Thorarolle. Zur Zeit des Alten Testamentes wurden Bücher in Rollenform hergestellt. Davor steht der siebenarmige Leuchter, der früher das Allerheiligste des Tempels schmückte. Schriftrollen und Leuchter wollen sagen: Gottes Wort ist Licht auf den Wegen der Menschen. Das Bild auf der rechten Tafel zeigt eine Papyrusseite eines Codizes. Den Codex, ein Buch zum Aufschlagen, wie wir es heute kennen, gab es erst in der Zeit nach Christus.


 

Exponate:

Guinness Buch – da die Bibel ein Rekordbuch ist, steht sie nach wie vor im Guinness-Buch der Rekorde

Kommentarreihe „Besser´s Bibelstunden“ mit Buchstützen – hieran wird deutlich, dass die Bibel nicht nur ein einzelnes Buch ist, sondern eine ganze Bibliothek

Merian-Bibel verdeutscht von Dr. Martin Luther 1704 

Durchschossene Bibel mit Zeitungsartikel im Rahmen „Diese Bibel rettete meinem Onkel das Leben“

7-armiger Leuchter

Illustrierte Altarbibel 

 

 

2. Abteilung: Schrift und Sprachen der Bibel

Seit wann können Menschen eigentlich schreiben? Durch Ausgrabungen weiß man, dass die Schreibkunst bereits lange vor Entstehung der Bibel bestanden hat. 

Bereits 3500 Jahre vor Chr. beherrschten die Ägypter die Kunst des Schreibens. In der Ausstellung befindet sich die eine Abbildung einer Königshieroglyphe um 2900 vor Christus.Die Hieroglyphen waren eine Bilderschrift. Anhand des Bildes kann man manchmal schon erraten, was gemeint ist, ohne die Schrift zu kennen. Bis in das 18. Jahrhundert waren diese Schriftzeichen weitgehend ungelöst. Ein wichtiger Beitrag, um diese zu entziffern, war der „Stein von Rosette“ (den wir in der Vitrine sehen), den 1799 Soldaten Napoleons entdeckten. Dieser Stein, der den gleichen Text in drei verschiedenen Sprachen (Hieroglyphen, demotisch und griechisch) enthält, war ein wichtiger Meilenstein, der zur Entschlüsselung der Hieroglyphen beigetragen hat. In Mesopotamien entwickelte man die Keilschrift (Abbildung rechts), die in Steine eingemeißelt, in Ton eingraviert oder in Wachstafeln gedrückt wurde. Zunächst waren dies auch bildhafte Darstellungen. Sie wurden dann nach und nach zu Schriftzeichen. Es gab mindestens 500 verschiedene Zeichen. In der Abbildung sehen wir die Entwicklung von den Hieroglyphen über die phönizische Schrift zur hebräischen Quadratschrift. Aus der phönizischen Schrift entstand dann später die griechische und schließlich die lateinische Schrift.

Grundsprachen der Bibel sind: im AT: hebräisch (siehe hebr. Bibeln) 
und im NT: griechisch (griechisches NT) und kleine Teile in aramäisch.
250 vor Chr. wurde das AT, wie die Legende berichtet, von 70 Übersetzern in 70 Tagen in die griechische Sprache übersetzt. Davon hat diese Übersetzung den Namen „Septuaginta“ (siehe Exponat).
Um 400 nach Christus wurde die Bibel in die lateinische Sprache übersetzt. Diese Übersetzung trägt den Namen „Vulgata“ (vulgär = allgemein), weil man wollte, dass das gemeine Volk die Bibel lesen kann.

Exponate:

Vitrine mit Stein von Rosette, 30 Tetra-Drachmen, Tonscherben 

Hieroglyphen-Alphabet, verschiedene Ausgaben der hebräischen Bibel „Biblia Hebraica“ 

Hebräisches Gebetsbuch, Interlinearübersetzung hebräisch-deutsch

Griechische Neue Testamente „Nestle NT“, Septuaginta, Vulgata, Interlinearübersetzung griechisch-deutsch

3. Abteilung: Schreibmaterialien der Antike

In dieser Abteilung geht es um das Schreibmaterial, das für antike Schriften verwendet wurde. Zunächst wurde auf Stein, Tontafeln oder Wachstafeln geschrieben (siehe Wachstafelnotizbuch), später auf Papyrus und Pergament.

Hier haben wir eine Thorarolle auf Pergament, die aus dem Jahr 1800 stammt und Texte aus den Mosebüchern enthält. Rollen in dieser Form finden heute noch in den Synagogen Verwendung. Pergament wurde aus sorgsam bearbeiteten Tierhäuten hergestellt.
Papyrus – wo bis heute der Name „Papier“ herkommt – wurde von der Papyrusstaude gewonnen (siehe Pflanze). Die Staude wurde in dünne Streifen geschnitten, übereinander gelegt und gepresst. Als Kleber diente der eigene Saft (Papyrus zum Anfassen). Dank des trockenen Klimas in Ägypten fand man im Laufe des 20. Jahrhunderts hunderttausende Papyri.
In die Zeit der Entstehung des NT fällt der Übergang von der Rolle zum Codex. Es ist die Buchform, die wir bis heute haben. Die Handhabung dieser Bücher war viel leichter, zumal auch das Material leichter war.

Exponate:

Thorarolle – Originalhandschrift aus dem Jahre 1900 mit Lesefinger aus echtem Silber

Vitrine mit Rollsiegel, Öllampen, antike Götter-Abbildungen etc.

Öllampe, Papyrusstaude, Papyrusbögen, Tintenfass und Feder

Mikroskop mit „Kleinste Bibel der Welt“ 

4. Abteilung: Die Überlieferung der Bibel

Uns beschäftigt die Frage, ob das, was wir heute in der Bibel finden, identisch ist mit dem, was damals aufgeschrieben wurde. Haben sich durch das Abschreiben nicht Fehler eingeschlichen? Wurden die Texte später nicht immer wieder verändert und anders interpretiert? Um die zuverlässige Überlieferung der Bibel zu belegen, sind Funde aus dem Altertum ausgestellt.

Hier wird der Qumran-Fund dargestellt. 1947 entdeckte ein arabischer Hirtenjunge bei der Suche nach seinen fortgelaufenen Ziegen in den Höhlen von Qumran einige alte Schriftrollen. Da er selber nicht lesen konnte, brachte er diese zu einem Schuster, um noch einige Groschen zu verdienen. Da dieser zum Glück ahnte, dass diese Schriften von historischem Interesse sein könnten, führte er sie Gelehrten zu. Es stellte sich heraus, dass es sich bei den Funden um eine Bibliothek handelte, die die jüdische Glaubensgemeinschaft der Essener wegen der einsetzenden Verfolgung in Höhlen versteckte. In diesen Höhlen fand man neben Schriften der Essener ganze Bücher des AT´s. Von besonderer Bedeutung ist, dass u.a. das ganze Jesaja-Buch gefunden wurde. Wegen der so konkreten prophetischen Aussagen im Jesajabuch über Jesus hatten manche Kritiker behauptet, dass dieses Buch unmöglich vor Jesus entstanden sein konnte. Die Funde von Qumran belegen eindeutig, dass diese Abschrift des Jesaja-Buches aus der Zeit von 200 – 100 vor Christus stammt. Darüber hinaus belegen diese Funde, wie genau der Text bis heute überliefert wurde. In Jerusalem wurde eigens ein Museum gebaut, um die kostbaren Funde auszustellen. (Bei der Führung kann die Rolle aus dem Krug entnommen und ausgerollt werden. Sie ist sieben Meter lang und enthält den Propheten Jesaja vollständig).

Ähnlich wie beim AT gibt es auch bedeutsame Funde von Handschriften des Neuen Testamentes. Über 4500 Fragmente des neutestamentlichen Textes konnten ausgegraben werden. Einer der bedeutsamsten Funde ist der „Codex Sinaiticus“, der 1844 von dem deutschen Gelehrten Konstantin von Tischendorf im Katharinenkloster am Sinai gemacht wurde. Nach dem Fundort ist der Name dieses Fundes benannt, von dem wir hier eine Kopie in der Ausstellung haben. In diesem Dokument, das auf das Jahr 350 n. Chr. datiert wird, ist das ganze Neue Testament und etwa 1/3 des AT-Textes enthalten. 
Im Vergleich dieses Textes mit unserem Neuen Testament sehen wir, wie zuverlässig die Bibel überliefert wurde. 85% des neutestamentlichen Textes stehen eindeutig fest. Die 15 %, bei denen wir heute Abweichungen finden, betreffen meist nur stilistische Fragen. Nur 2% der Unsicherheiten betreffen den Sinn und nur 0,1% verändern den Sinn. 
Das älteste Manuskript eines neutestamentlichen Textes ist der sog. „P 52“ (siehe Exponat). Es ist ein Fragment aus dem Johannesevangelium, Kap. 18, in dem Pilatus Jesus die Frage stellt: „Was ist Wahrheit?“ Dieses Fragment wird datiert auf das Jahr 125 n. Christus. Wenn wir berücksichtigen, dass Johannes sein Evangelium in der Zeit zwischen 90 – 100 nach Christus geschrieben hat, sehen wir, dass wir durch dieses Schriftstück nur noch 25 Jahre vom Original entfernt sind.
Mit Recht kann man behaupten, dass die Bibel das bestüberliefertste Buch der Antike ist. Von keinem anderen Buch, das aus der Zeit des NT stammt, gibt es so viele Funde. Der zeitliche Abstand zum Original ist meist 1000 – 1500 Jahre (siehe Tabelle auf Seite 84 im Buch „Bibel im Test“ von Josh McDowell).

Exponate:

Qumran-Krug mit der Jesaja-Rolle (im Krug)
Jesaja-Rolle (ausgerollt über die ganze Abteilung)
Codex Sinaiticus (unbedingt mit Plexiglas abdecken!), P 52 (Nachbildung), Tongefäße, Alabasterfässchen
Buch „Die Zeit der ersten Christen“, „Schätze aus biblischer Zeit“
Buch „Jesus, Qumran und der Vatikan“, O. Betz, R. Riesner
Buch „Jesus und die Schriftrollen von Qumran“, A. Schick
Buch „Bibel im Test“

5. Abteilung: Der Inhalt der Bibel

In dieser Abteilung, die die Mitte der Ausstellung bildet, geht es um die Frage: Was ist der Inhalt der Bibel? Was steht zwischen den beiden Buchdeckeln?

Die meisten Menschen lesen zunächst den „Klappentext“ oder eine kurze Inhaltsangabe, bevor sie so ein dickes Buchen zu lesen beginnen. In dieser Abteilung versuchen wir den Inhalt der Bibel knapp wiederzugeben. Um den Inhalt der Bibel zu erfassen, lohnt sich ein Blick auf die erste Seite und die letzte Seite der Bibel. Es beginnt mit der Schöpfung – dem Beginn dieser Weltgeschichte „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“  und endet mit dem Abschluss dieser Weltgeschichte mit der Vision von einem „neuen Himmel und einer neuen Erde, in der Gerechtigkeit wohnt“. Von daher kann man sagen, dass die Bibel ein Geschichtsbuch ist. 
Die Bibel beschreibt die Weltgeschichte. Sie tut es jedoch nicht wie ein übliches Geschichtsbuch, sondern beschreibt die Geschichte dieser Welt unter einem besonderen Blickwinkel, unter einem Thema. 

Um das Thema der Bibel zu verstehen, hilft uns wieder ein Blick auf die ersten beiden Kapitel der Bibel und auf die letzten beiden Kapitel. Diese unterscheiden sich von allen anderen dadurch, dass in diesen die Sünde nicht vorkommt. In den ersten Kapiteln gab es noch keine Sünde (Sündenfall 1. Mose 3); in den letzten Kapiteln gibt es die Sünde nicht mehr. Deshalb kann man das Thema der Bibel folgendermaßen beschreiben: „Die Sünde und ihre Überwindung“. Durch die ganze Bibel erkennen wir, wie Sünde Leben zerstört und von Gott trennt. Wir erkennen aber auch Gottes Absicht, die Sünde zu überwinden. Gott ermöglicht immer wieder einen neuen Anfang: nach der Flut, in dem Volk Israel, durch die Gebote, durch Propheten etc. Trotz allem ist der Mensch nicht in der Lage, die Hilfe Gottes zu ergreifen. Durch das AT wird immer deutlicher, dass der Mensch nichts zu seinem Heil beitragen kann. Zugleich wird zunehmend deutlich, dass Gott beabsichtigt, selbst einzugreifen, indem er seinen Sohn auf diese Welt sendet, der uns zeigt, wie Gott uns als Menschen gemeint hat und schließlich in seinem Kreuzestod für unsere Sünde gerichtet wird. Im AT zielt alles auf Jesus hin; im NT kommt alles von Jesus her. Eindeutig ist das Kreuz die zentrale Mitte der Bibel. Deshalb bildet es auch den Mittelpunkt der Ausstellung.  Der Inhalt der biblischen Botschaft kann auch mit einem einzigen Bibelvers beschrieben werden. In Johannes 3,16 heißt es: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eigenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben“. Die Bibel ist die Botschaft der Liebe Gottes zu uns Menschen, die darin konkret wurde, dass er Jesus, seinen Sohn, für uns gegeben hat. Er starb für unsere Schuld, damit wir ewiges Leben haben.
Anhand des Heilsplanes von Erich Sauer kann das oben Gesagte verdeutlicht werden. Zum Lesen des Heilsplanes gibt es eine spezielle Anleitung, die im Buch von Erich Sauer zu finden ist. 

Weitere Exponate:

Kurfürstenbibel – Lutherbibel von 1726
Merian Bibel – Lutherbibel mit Original-Kupferstichen von 1704
Wartburgbibel, Bad Hersfeld 1908, Cassel´s Illustrated Family Bible. London, Paris, New York
Buch von Erich Sauer „Anleitung zum rechten Lesen der Heilskarte“
Zeitstrahl „Die Geschichte des Volkes Gottes“ 

6. Abteilung: Die Ausbreitung der Bibel

Die Berichte von Jesus wurden von den vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes aufgeschrieben, die hier abgebildet sind. Auch anhand dieser vier Beschreibungen des Lebens Jesu sehen wir, dass das Heilsgeschehen in Jesus die Mitte der Bibel ist. Vier Bücher widmen sich ausschließlich diesem Thema. In jedem dieser vier Bücher wird deutlich, dass Kreuz und Auferstehung das Eigentliche der Sendung Jesu war. So werden beispielsweise im Lukas-Evangelium für die 30 ersten Lebensjahre Jesu nur zwei  Kapitel verwendet; für die drei Jahre seiner öffentlichen Wirksamkeit 15 Kapitel; die restlichen sieben Kapitel beziehen sich nur noch auf eine Woche; das ist die Karwoche: Jesu Tod und Auferstehung.  

Bereits in der ersten Generation nach Christus verbreitete sich der Glaube an Jesus durch die Apostel so sehr, dass in allen großen Städten in Kleinasien bis nach Europa Gemeinden entstanden. Paulus und andere Apostel begleiteten diese durch Briefe, die einen wesentlichen Teil des NTs ausmachen. Wir sehen hier eine Zeittafel über die Entstehung der neutestamentlichen Schriften.Sehr bald setzte jedoch auch Verfolgung ein. Dass die Bibel die Verfolgung überlebte, ist schon ein Wunder für sich. Kaiser Diokletian erließ 303 nach Christus ein Edikt, dass alle Schriften der Christen verbrannt werden müssen. Jeder Christ, der eine Kopie der Schriften besaß, wurde zum Tode verurteilt. Für das Bibellesen musste man mit dem Leben bezahlen. Viele Schriften wurden in den Katakomben versteckt, die zugleich geheimer Treffpunkt der Christen in Rom waren. Der Fisch (siehe Abbildung) war das geheime Erkennungszeichen der Christen. Die Buchstaben des griechischen Wortes „ICHTHYS“ (Fisch) sind die Anfangsbuchstaben des Bekenntnisses:  Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter. Nur wenige Jahre später verfügte Roms Kaiser Konstantin, dass das Christentum fortan Staatsreligion werden sollte und gab seinerseits den Auftrag zum Kopieren von 50 vollständigen Bibeln. Gottes Wort hat nicht nur die Zeit, sondern auch Verfolgung und Kritik überlebt.

Exponate:

Apokalypse mit echtem Blattgold belegt, Folio – Ganzlederband (unbedingt mit Plexiglas abdecken!)
„Salzburger Armenbibel“  (unbedingt mit Plexiglas abdecken!)
Bibel mit Bildern von Marc Chagall (mit Plexiglas abdecken!), verschiedene illustrierte Bibeln
Bildband „Malerei zur Bibel durch die Jahrhunderte“

7. Abteilung: Bibel – das erste gedruckte Buch

Im Jahre 1455 brachte Johannes Gutenberg in Mainz das erste gedruckte Buch heraus: Es war eine Bibel in lateinischer Sprache. Dazu musste er 46.000 Bleibuchstaben gießen, um sie auf der Gutenberg-Druckerpresse (siehe Presse) drucken zu können. Gutenberg wollte, dass der gedruckte Text (siehe Seiten aus der Gutenberg-Bibel) nicht schlechter aussieht als der handgeschriebene Text. Deshalb ließ er die Anfangsbuchstaben von Hand zeichnen und ausmalen. 

Bis zur Erfindung der Druckkunst im 15. Jahrhundert wurden Bibeln und Bibelteile handschriftlich mit großer Sorgfalt abgeschrieben und so von einer Generation zur anderen überliefert. Viele Mönche haben das Abschreiben der Bibeltexte zu ihrer Lebensaufgabe gemacht. Besonders von den jüdischen Masoreten ist bekannt, mit welcher Akribie und Ehrfurcht vor Gott und seinem Wort sie diese Arbeit leisteten. Wenn sie eine Rolle geschrieben hatten, zählten sie, wie oft ein Buchstabe im Text vorkommen musste und verglichen dies mit dem Original. Wenn mehr als drei Fehler im Text enthalten waren, wurde die Rolle vernichtet. Darüber hinaus ermittelten sie, welches Wort genau in der Mitte des Textes stehen musste. Wenn das betreffende Wort dort nicht zu finden war, wurde die Rolle noch einmal geschrieben. Die Ehrfurcht vor Gott kam auch darin zum Ausdruck, dass sie sich jedes Mal ganz wuschen, bevor sie den Namen JAHWE schrieben. Der Name JAHWE kommt 6499 Mal im AT vor. Sicher verdanken wir die genaue Überlieferung der Bibel der hingebungsvollen Arbeit dieser Menschen.
Eine erste Vereinfachung in der Vervielfältigung zeichnet sich in den ersten Blockbüchern ab. Biblische Darstellungen und auch Bibeltexte wurden in Holz geschnitten, mit Druckerschwärze eingerieben und davon beliebig viele Abzüge angefertigt. Auf diese Weise konnten schon im 12. Jahrhundert die sog. „Armenbibeln“ hergestellt werden, die Szenen aus biblischen Geschichten darstellen, wie z.B. die Kreuzigung Christi. Zwei Darstellungen aus dem Alten Testament rahmen das Zentralbild ein: links Abraham, der seinen Sohn Isaak opfern will und rechts Mose, der in der Wüste das Heilszeichen der ehernen Schlange aufrichtet. Dazu kommen oben und unten noch Prophetenköpfe mit Textzuschreibungen.

Exponate:

Faksimile-Ausgabe der Gutenberg-Bibel von 1455; Folio Ganzlederband
Drucke der lateinischen Gutenbergbibel
Blockbuch mit Darstellungen der 10 Gebote – (Vorläufer der Druckerei), Salzburger Armenbibel Holzschnitzerei mit Druckerei-Wappen und Jahreszahlen (an Oberkante der Displays montieren)
Gutenberg-Druckerpresse; Nachbau in Originalgröße, Schrank für Druckwerkzeug
Druckereiwerkzeug: Farbwalze, Platte, Spachtel, Gummihammer, Reinigungsmittel
Bleitypen-Setzkasten, Rahmen mit Blei- und Holztypen, Muster von selbstgedruckten Bibelseiten
Hüllen für Bibeldrucke
farbig vorgedruckte Blätter für Bibeldrucke für Psalm 23 „Der Herr ist mein Hirte“, Psalm 37,5 „Befiehl dem Herrn deine Wege“, Psalm 119,105 „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte“ und Johannes 3,16 „So sehr hat Gott die Welt geliebt“.

8. Abteilung: Wie die Bibel zu uns kam

Die erste gesamtdeutsche Bibel wurde 1534 gedruckt nach der Übersetzung Martin Luthers, der die Zeit in seinem Versteck auf der Wartburg (siehe Bilder) dazu nutzte, zunächst das NT (1522) und dann auch das AT zu übersetzen. Eine Schwierigkeit bestand darin, dass es bis dahin keine einheitliche deutsche Schriftsprache gab und er viel Mühe und Zeit aufwenden musste, entsprechende Worte zu finden, die allgemeinverständlich waren.

Neben der Übersetzung von Martin Luther gibt es manche andere Übersetzungen. Die gebräuchlichsten Übersetzungen heute sind die „Einheitsübersetzung“, die „Lutherbibel revidiert“ und die „Gute Nachricht – Bibel im heutigen Deutsch“.
Die Bibel wurde auch in Braille-Blindenschrift herausgegeben. Jeder soll die Möglichkeit haben, die Bibel zu lesen, denn die „Themen der Bibel sind Themen unserer Zeit“. Hierin gibt uns Gott Auskunft über unsere Situation und Hilfe, wie unser Leben gelingen kann. 

Exponate:

Faksimile-Ausgabe der Lutherbibel von 1534
Faksimile „Mentelinbibel“ von 1460
Lutherbibel „Biblia“ von 1534 (Nachdruck) Septembertestament von 1522 „Das Neue Testament“
Plattdeutsche Bibeln
unterschiedliche ältere deutsche Bibelausgaben
Einheitsübersetzung, Lutherbibel, Bibel im heutigen Deutsch
NTs zum Weitergeben

9. Abteilung: Bibeln aus aller Welt

Die Bibel ist nicht nur „Weltbestseller Nr. 1“. Sie ist auch das meistübersetzte Buch der Welt. Bis 2003 wurde die Bibel in mehr als 2300 Sprachen übersetzt. Das bedeutet, dass 98% der Menschen in der ganzen Welt die Bibel in ihrer Muttersprache lesen können. Mehrere tausend Übersetzer arbeiten an dieser Aufgabe, die Bibel für alle Menschen zugänglich zu machen.

In der Ausstellung befindet sich ein kleines wasserfestes Evangelium in Streichholzschachtelgröße. Die Evangelien wurden hergestellt, um sie in die Sowjetunion zu schmuggeln. Sie wurden in Streichholzschachteln transportiert oder in Holzkisten unter Schiffe gebunden, um den Hunger nach Gottes Wort zu stillen. (Mit einem Wasserglas kann demonstriert werden, dass das Evangelium wasserfest ist.)

Exponate:

Bücherständer als Globus
wasserfeste Schmugglerbibel im Glas auf Tablett
ca. 150 Bibeln in verschiedenen Sprachen (chinesisch, japanisch, Urdu, Suaheli, ...)
Eine Besonderheit ist die handgeschriebene Bibel auf Palmblättern in malaisischer Sprache

10. Abteilung: Bibel auf Computer

Heute stehen auch zahlreiche moderne Mittel zur Verbreitung der Heiligen Schrift zur Verfügung, wie Computer, CDs und Apps. Mit den verschiedenen Computerprogrammen können nicht nur Spiele zur Bibel gemacht werden, sondern Bibelstellen in Sekundenschnelle gefunden und in der Bibel gearbeitet werden. Besucher sollten die Möglichkeit haben, selbst Begriffe in der Bibel zu suchen oder auch nachzusehen, ob ihr Name in der Bibel vorkommt.

Das Evangelium kann auch mittels Rundfunk verbreitet werden. Es gibt Sendungen, in denen biblische Texte diktiert werden, damit Hörer, denen keine Bibel zugänglich ist, mitschreiben und so doch wichtige Abschnitte der Bibel besitzen können. 

Exponate:

I-Pad  (mit Programmen installiert)
Monitor
Diverse Computerprogramme
Schallplattenspieler mit Handkurbel
Schallplatten-Abspielgerät aus Pappe mit Schallplatten.
Video-Filme
Spiele zur Bibel: Bibelquiz, Puzzles, „Gesucht wird ... „
Tafel mit „Briefmarken zur Bibel“
Bibel in Blindenschrift

Weitere Informationen bekommen Sie bei:

Reinhard Lorenz
Heideweg 4
51702 Bergneustadt
E-Mail: lorenz[at]agb-online.de
Tel.: 02261-448 17; 0173-205 76 87