AGB aktuell

Ausgabe 04/2012


Wie kommen Menschen heute zum Glauben?

Jahresversammlung der AGB


Die Sinnfrage bleibt die große Frage des Menschen schlechthin. Und ohne Gott gibt es keine Antwort darauf. Das war eine Kernaussage von Alexander Garth, dem Referenten der diesjährigen Jahresversammlung der Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden (AGB).



130 Teilnehmer aus 63 Gemeinden waren zu diesem Anlass am 24. März nach Leipzig gereist. Der Arbeitsbereich 1 der AGB - Evangelisation und Mission - hatte das Treffen inhaltlich vorbe-reitet und dazu Alexander Garth von der Berliner Stadtmission eingeladen. Garth ist Gemeindegründer in einer Ostberliner Plattenbausiedlung und Autor verschiedener Bücher zum Thema. Das Thema „Evangelisa-tion“ ist Gottes großes Thema, so Garth. „Es geht um die Rückführaktion Gottes. Gott will seine Menschen zurückgewinnen, die sich von ihm abgewandt haben. Deshalb haben wir bei diesem Thema den dreieinigen Gott auf unserer Seite. Es geht nicht um uns, sondern um Gott.“ Trotzdem ist es wichtig, die Situation der Menschen heute gut zu kennen, denn „wir können die Menschen von heute nicht mit den Methoden von gestern erreichen“. Dabei scheint es nur auf den ersten Blick so, dass die Menschen keinen Hunger mehr nach Gott haben. Garth zeigte drei Wege auf, wie Menschen heute Christen werden. Dabei wurde deutlich, dass dies eigentlich alte Wege sind.


1. Menschen kommen dem Glauben näher durch Beziehungen:
Das Lebenszeugnis von Freunden, Familienangehörigen und Kollegen ist für Ungläubige eine enorme Herausforderung. Denn das sind die Menschen, die man kennt und denen man vertraut. Garth zog daraus die Konsequenz, dass wir neu lernen müssen, unser Leben zu teilen. Christen haben sich häufig zu sehr zurückgezogen, haben kaum noch Kontakte nach außen. Doch „das Salz gehört in die Suppe - wir gehören in die Welt“. Der Referent machte z.B. jungen Christen Mut, keine christlichen Wohngemeinschaften zu gründen, sondern ihren Glauben in normalen WGs zu bezeugen. Das Evangelium wächst auf natürliche Weise im normalen Beziehungsgeflecht der Menschen. Deshalb ist es wichtig, sprachfähig zu werden um seinen Glauben verständlich weitergeben zu können.
2. Die Sinnfrage bleibt die große Frage:
Die Fragen nach dem Lebenssinn - und dem Lebensglück - bleiben auch heute die wichtig-sten Fragen des Menschen. Garth bekräftigte: Ohne Gott gibt es keine sinnvolle Antwort auf diese Frage. Es sind gerade die denkenden Menschen, die auf die großen Fragen ansprechbar sind: Woher komme ich - wozu bin ich da - wohin gehe ich? Diese Fragen kommen immer wieder hoch - in Krisen, aber auch Momenten großen Glücks. Deshalb ist es wichtig, in Gottesdiensten die Sinnfrage zu thematisieren.
3. Menschen kommen durch geistliche Erfahrungen zum Glauben:
Garth wies darauf hin, dass es auffallend ist, dass gerade heute Menschen immer wieder durch besondere persönliche Erfahrungen von Gott berührt werden und so offen werden für den Glauben.

Für den Berliner Stadtmissionar bleibt es ein Wunder, wenn Menschen Christen werden, weil dies nur durch das Wirken des Heiligen Geistes möglich ist. Der Heilige Geist sei nicht verfügbar, habe sich aber gebunden an das Wort Gottes und an das erwartungsvolle Gebet. „Wo das Wort Gottes verkündigt wird, wirkt der Heilige Geist.“ Wie Menschen heute zum Glauben kommen, wurde in den anschließenden Berichten sichtbar. So berichtete das Ehepaar Fine aus Dresden über ihre Arbeit unter chinesischen Studenten. Jörg Filler (Forum Wiedenest) stellt das Projekt „LEGO-Stadt“ vor. Hier werden nicht nur Andachten für die Kinder gehalten, sondern das Gehörte wird spielerisch vertieft. Michael Zimmermann aus Burgstädt will als Sportmissionar Menschen dort erreichen, wo sie ihre Freizeit verbringen. Sigrid Langenberg aus Bergisch Gladbach berichtete über Evangelisation mit Kunstausstellungen. Mit ihren „Hoffnungsbildern“ will sie Menschen auf ihre Hoffnung in Jesus Christus hinweisen. Detlef Rahn aus Ennepetal-Oberbauer evangelisiert unter Motorradfahrern, die er mit der Liebe Gottes erreichen will. David Kröker (Haiger) machte deutlich, dass Mitarbeiter erst eine evangelistische Gesinnung bekommen müssen, damit Menschen zum Glauben kommen. Als neues evangelistisches Werkzeug wurde die Chagall-Ausstellung vorgestellt, die nun über die AGB ausgeliehen werden kann.


 

Ein neues Konzept zur Weiterbildung von Hauptberuflichen Mitarbeitern

stellte Ralf Pieper (Herborn) vor. Er wird dieses Förderungskonzept für Mitarbeiter aus AGB-Gemeinden weiter betreuen. Friedemann Volke (Leipzig) wurde als Nachfolger von Bernd Kaltenbach für den Arbeitsbereich „Hauptberuf-liche Mitarbeiter“ vorgestellt. Die Gemeinde Schwelm-Bergstraße stellte sich der Jahresversammlung vor und wurde als assoziierte Gemeinde in die AGB aufgenommen. Ebenso wurde das Gemeindegründungsprojekt Frankfurt-Bornheim aufgenommen, das als erste Gründungsinitiative den neuen rechtlichen Status „Anerkanntes Gemeindegründungsprojekt im BEFG“ beantragt hat. Ralf Kaemper (AGB)

„Vielen Dank für die Bibelausstellung. Danke!“

Zehn Tage lang, vom 16. bis 25. März 2012 machte die Wanderausstellung „Vom Papyrus zur Computerbibel“ im stilvollen Arkadensaal des Schwebheimer Bürgerhauses Station.


Zu sehen waren neben antiken Schreibmateri-alien und Papyruspflanze, neben Qumran-Tonkrügen und Gutenberg-Druckerpresse, jede Menge Bibeln: ganz alte, moderne, durch-schossene, wasserfeste, nur mit Mikroskop lesbare. Ein Mädchen, das mit ihrer dritten Klasse die Ausstellung erlebt hatte, schrieb anschließend in einem – selbständig und freiwillig verfassten – Brief: „Ich fand es nett von euch, das ihr euch so viel Zeit genommen habt. Ihr habt interesante sachen gut erklert. Die sachen zum anschauen vand ich toll und ihr hatet sogar sachen zum ausprobieren das war echt klasse. Die Druckerrei war schön. Das war spitze das wir dann nochwas basteln durften. Vielen Dank für die Bibelausstellung. DANKE!“ (O-Ton Emma, 3. Klasse) Die Resonanz war insgesamt sehr gut. Mehr als 700 Besucher haben die Ausstellung besucht. An den beiden Abendveranstaltungen waren noch einmal ca. 250 Besucher anwesend. Am Abschlussgottesdienst nahmen über 100 Personen teil. Das sind für unsere dörflichen Verhältnisse sehr erfreuliche Zahlen!