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Am 18. Mai kam die Verfilmung
des Bestsellers „Sakrileg“ („The Da Vinci Code“) in deutsche Kinos. Schon das zugrundeliegende Buch stand monatelang auf den Bestsellerlisten ganz oben. In 44 Sprachen übersetzt wurden davon weltweit über 26 Millionen Exemplare verkauft. Ein lohnender Coup.
Der flott geschriebene spannende Thriller hat ein beliebtes Mystery-Thema: der Heilige Gral (so auch z.B. in Filmen wie in „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“, „Merlin“, „Das Vermächtnis der Tempelritter“ u.a.). Der Gral sei jedoch kein Kelch, in dem Jesus das letzte Abendmahl ausgeteilt habe und in dem später sein Blut aufgefangen worden sein soll (so der mittelalterliche Mythos). Der Gral - so Dan Brown - sei eine Frau, nämlich Maria Magdalena. Und so die Grundaussage des Romans: Jesus starb nicht am Kreuz, sondern heirate Maria Magdalena und hatte Kinder.
Das Ganze ist natürlich nur ein Roman, doch werden viele den fiktiven Charakter für bare Münze nehmen. Denn der Erfolgautor argumentiert mit bekannten (und schon lange überholten und widerlegten) Argumenten. Immer wieder versucht er zu suggerieren, dass die biblischen Berichte unzuverlässig und manipuliert seien. Er geht von der Grundannahme aus, „dass die Heilige Schrift keine Schöpfung Gottes ist, sondern der Menschen“. Diese haben dann die biblischen Bücher immer wieder manipuliert: „Die Heilige Schrift hat sich angesichts zahlloser Hinzufügungen, Korrekturen und Neuübersetzungen verändert und fortentwickelt. Es hat nie eine endgültige Version des Buchs der Bücher gegeben.“ (S.317f.) Es wird behauptet, „dass Konstantin Jesus erst vier Jahrhunderte nach der Kreuzigung zum Gottessohn erhoben hat“. (322) Das Ganze gipfelt in der Behauptung, „dass fast alles, was unsere Väter uns über Christus gelehrt haben, falsch ist“ (323)
Was ist aber dann die richtige Quelle für wahre Erkenntnis über den historischen Jesus? Nach Brown hatte Jesus Nachkommen und war ein sterblicher Prophet. „Die historische Beweislage für diesen Sachverhalt ist erdrückend“, so der Erfolgsautor. (348) Er spricht von früheren Evangelien, die „geächtet, konfisziert und verbrannt“ (322) worden seien. Dabei wird diesen apokryphen und gnostischen Schriften die gleiche historische Qualität eingeräumt, wie den biblischen Schriften (350). Die Kirche habe jedoch immer wieder manipuliert, die biblisch-kanonischen Schriften favorisiert und die wahren Berichte unterdrückt. So habe Jesus die Aufgabe die Kirche zu gründen seiner Frau Maria Magdalena übertragen, was die Kirche schon immer versucht habe zu vertuschen. (347) Diese Verschwörung will der Bestsellerautor mit seinem Buch aufdecken. Er ist nach seinen Recherchen davon überzeugt, „dass die Geschichte im Kern stimmt“ (zitiert bei M. Kotsch in „Bibel und Gemeinde 1/2006, S. 60).
Solche Bücher wie „Sakrileg“ (oder vor Jahren „Verschlusssache Jesu“) argumentieren immer auf derselben Schiene: sie negieren die historische Zuverlässigkeit biblischer Berichte und argumentieren dann mit unter Historikern als äußerst fragwürdig angesehenen Quellen: apokryphen und gnostischen Schriften. Gepaart werden diese Spekulationen mit Verschwörungstheorien und Geheimorden. Das kommt immer gut an: verborgene Schriften, Verschwörung und militante Orden. Dabei sind manche Aussagen, die Dan Brown seinen Akteuren in den Mund legt schon schwer an der Grenze zur Lächerlichkeit. Wenn z.B. der Comiczeichner Walt Disney in einem Atemzug mit Leonardo Da Vinci genannt wird: „Beide Männer waren begnadete Künstler.“ (357) Da vergleicht doch tatsächlich einer McDonald mit edelster „Haute Cuisine“. Da spricht der Kenner ...
Am 18. Mai wird der Film zum Buch in deutschen Kinos anlaufen. Oscar-Preisträger Tom Hanks (Forrest Gump) garantiert hohe Qualität und Aufmerksamkeit beim Publikums. Viele Menschen werden vom Film und seiner spannenden Story begeistert sein - und dabei Fehlinformationen über Jesus erhalten. Doch darüber sollten wir nicht klagen, sondern bessere Informationen dagegenstellen. Warum dies nicht als missionarische Chance nutzen, um über den wahren Jesus aufzuklären. Denn die biblischen Berichte sind historisch zuverlässig. Die menschlichen Autoren kannten den Unterschied zwischen Mythos und Wirklichkeit. So schreibt Petrus in seinem 2. Brief: „Denn wir haben euch die Macht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus kundgetan, nicht indem wir ausgeklügelten Fabeln (griech. mythos) folgten, sondern weil wir Augenzeugen seiner herrlichen Größe gewesen sind.“ (1,16) Dan Browns Argumente sind widerlegbar und werden nicht nur von Christen in Frage gestellt. Deshalb sollte man sich auf diesen Film gut vorbereiten und ihn als missionarische Chance nutzten. Zur Vorbereitung auf diese Thematik und als Verschenk- oder Verteilbücher eignen sich sehr gut unten aufgeführte Titel. Ralf Kaemper
> Darrell L. Bock, Die Sakrileg-Verschwörung - Fakten und Hintergründe zum Roman von Dan Brown, 160 Seiten, Pb., 12.95 Euro, Brunnen-Verlag, Gießen 2006, ISBN 3-7655-1926-X
> Alexander Schick, Das wahre Sakrileg - Die verborgenen Hintergründe des Da-Vinci-Codes. Das Geheimnis hinter Dan Browns Weltbestseller, 173 S. m. zahlr. Abb., kt. m. zahlr. Abb., 7,95 Euro, Knaur Taschenbücher Bd.77955 2006, ISBN 3-426-77955-2 > Erwin W. Lutzer: „Der ‚Da Vinci Code' - Fakt oder Fiktion?“, 160 Seiten, Geb., 9,90 Euro, Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg 2006, ISBN: 3-89436-468-8
> Ralf Kaemper (Hrsg.): „Streit um Jesus - Wer war er? Hat er wirklich gelebt?“, 96 Seiten, Pb. 2,50 Euro, Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg 2003, ISBN: 3-89436-379-7
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